So schmeckt nur Mallorca

Ob Oliven oder Ramallet-Tomate. Ob Schweinefleisch oder Garnelen. Ob Pa amb oli oder Sobrassada. Mallorca bietet eine Vielzahl kulinarischer Highlights, die von der Insel kommen oder hier hergestellt werden. Diese lassen sich das ganze Jahr erkunden und genießen und bieten die perfekte Gelegenheit, das authentische Mallorca kennen zu lernen. Welche Genüsse die Insel so besonders machen.

Große Vielfalt: Wurstspezialitäten von der Insel.

 

Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Und von solchen Liebesbekundungen, die sowohl Einheimische als auch Ausländer so glücklich machen, hat Mallorca wahrlich jede Menge zu bieten. Basis der vielen kulinarischen Höhepunkte ist Mallorcas vielseitige Landschaft, gepaart mit einer langen Tradition, dem Sinn für Gutes und einem Gespür für besondere Lebensmittel.

Die traditionelle Landwirtschaft auf Mallorca hat dabei Produkte hervorgebracht, die zu Mallorca ebenso gehören wie die Strände und das Meer. Zugute gekommen sind den Bauern der Insel schon immer das milde Mittelmeer-Klima sowie das mallorquinische Land mit seinen Lehmböden und Kalkgestein, die Mallorcas Produkte in Aroma, Geschmack und Qualität so besonders machen.

Die besten Oliven von Mallorca

Diese idealen Voraussetzungen machen beispielsweise Mallorcas Oliven zu etwas ganz Besonderem. Die urwüchsigen Olivenbäume gedeihen besonders gut in der von der UNESCO als Welterbe anerkannten Serra de Tramuntana.

Hier werden die Oliven auf Terrassen angebaut, die von Trockensteinmauern eingegrenzt sind. Die Früchte werden oft noch von Hand oder mit der traditionellen Methode geerntet, bei der die Äste mit einer Stange geschüttelt werden. Genutzt werden die Oliven zum einen als Tafeloliven: typisch von der Insel sind die traditionell vom Boden aufgesammelten, dann zum Platzen gebrachten und eingelegten schwarzen „olives trencades“. Zum anderen werden die Oliven kalt zu feinstem nativen Öl gepresst.

Das auf Mallorca erzeugte Olivenöl trägt seit dem Jahr 2002 auch die entsprechende Herkunftsbezeichnung „Denominación de Origen“ (DO). Es ist hochwertiges Öl aus früh geernteten Oliven, die noch sehr fruchtig sind und eine geringe Säure haben.

Die Geschichte des mallorquinischen Olivenöls geht auf die Zeit der Phönizier und Griechen zurück, die den Olivenbaum einst auf der Iberischen Halbinsel einführten. Von dort wurde diese Pflanzenart auch nach Mallorca gebracht. Mitte des 15. Jahrhunderts war Olivenöl bereits zu einem regelmäßig und fortwährend ausgeführten Produkt der Insel geworden, das vor allem über den Hafen von Sóller verschifft wurde. Das Olivenöl avancierte zur wichtigsten Einkommensquelle vieler mallorquinischer Landgüter, die eigene Ölmühlen besaßen.

Rezept-Tipp: Hühnerschenkel mit Zitrone und Oliven

Die Oliven und das hochwertige Olivenöl Mallorcas ist aus der mallorquinischen Küche nicht mehr wegzudenken. Die meisten Köche der Insel greifen zu „ihrem“ Olivenöl, um feine Gerichte zu kreieren.

Pa amb oli gibt es in den unterschiedlichsten Varianten. Lecker sind sie alle. (Foto: MZ).

 

Das feine Olivenöl Mallorcas ist auch wichtiger Bestandteil eines ganz traditionellen Mallorca-Leckerbissens: dem Pa amb oli. Neben Olivenöl ist die Ramallet-Tomate unerlässlich für das so beliebte Brot. Die Tomate wird dabei auf ein ungesalzenes, oft auch leicht geröstetes Brot gerieben und mit dem naturbelassenem Olivenöl beträufelt. Beim Belag sind der Fantasie keinen Grenzen gesetzt: Ob Käse oder Wurst – hier gibt es schier unbegrenzte Möglichkeiten.

Die Ramallet-Tomate wird für das Pa amb oli aufs Brot gerieben. (Foto: MZ).

Sobrassada de Mallorca: Es geht um die Wurst

Und noch ein Mallorca-Klassiker ist häufiger Bestandteil von Gerichten in Mallorcas Gastro-Szene: die Sobrassada de Mallorca. Die Paprikawurst, die aus der einheimischen Rasse „Porc negre“ (schwarzes Schwein) hergestellt wird, ist eine Art Inbegriff der landwirtschaftlichen Vergangenheit der Insel.

Aus den heimischen schwarzen Schweinen entsteht die traditionelle Sobrassada de Mallorca. (Foto: Nele Bendgens).

 

Rezept-Tipp: Coca mit Sobrassada und Feigen

Die Tradition der Sobrassada reicht auf Mallorca bis ins Mittelalter zurück, noch bis heute stellen sie viele Familien zu Hause selbst her ‑ bei den matançes, den Schlachtfesten, an denen für die Schweine die letzte Stunde schlägt. Für viele Familien avancierte die Sobrassada einst zu einem wichtigen Lebensmittel über die Wintermonate.

Flor de Sal: bestes Meersalz von Mallorca

Lange Zeit waren Schuhe Mallorcas Exportschlager Nummer Eins, und das seit Anfang des 20. Jahrhunderts. 2013 wurden Schuhe im Wert von 100 Millionen Euro ins Ausland geliefert, vor allem nach Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Zuletzt hat jedoch ein anderes Inselgut beim Export enorm zulegt und den Schuhen den Rang abgelaufen: Meersalz. Der Verkauf des balearischen Meersalzes ins Ausland ist seit 2014 um mehr als 500 Prozent gestiegen.

Flor de Sal, das Salz von der Insel, wird auf Mallorca schon seit Jahrhunderten gewonnen. Bester Beweis ist wohl der Ort Ses Salines, der nach den benachbarten Salinen, also den Anlagen zur Salzgewinnung, benannt wurde. Heute gibt es auf Mallorca noch zwei davon, die Salinas de Levante und die Salinas de S'Avall. Beide befinden sich in der Nähe von Colònia de Sant Jordi.

In der Nähe von Ses Salines türmen sich die riesigen Meersalz-Berge. (Foto: MZ).

 

Der Inselsüden erfüllt die zur Salzgewinnung nötigen Voraussetzungen: Das Meerwasser ist klar und hat einen hohen Salzgehalt, die Ufer sind flach und ermöglichen das Anlegen von Salzgärten, die Sonne scheint intensiv und regelmäßig, thermische Winde sorgen im Sommer für eine leichte Brise, und es regnet selten.

Geerntet wird eine hauchdünne Schicht, die an heißen und windstillen Sommertagen an der Wasseroberfläche der Salzbecken entsteht und besonders viel Magnesium, Kalium und Kalzium enthält.

Das Flor de Sal hat sich zum Verkaufsschlager auf Mallorca entwickelt. (Foto: MZ).

 

Für das gewöhnliche Meersalz, das ebenfalls auf Mallorca produziert wird, lassen die Produzenten hingegen einfach das normale Salzwasser verdunsten, bis nur noch die dicken Kristalle übrig bleiben. Etwa 10.000 Tonnen Salz werden so jedes Jahr in der Salina hergestellt.

Was sind Ihre Lieblingsprodukte von Mallorca?

Einst wurden Mandeln mit solchen einfachen Maschinen sortiert und geknackt. Heute geschieht dies freilich moderner und einfacher. (Foto: Michael Wrobel).

Die Mandel auf Mallorca – millionenfach geknackt

Von der schier unendlichen Menge an Mandeln, die auf Mallorca geerntet werden, zeugt alljährlich die wunderschönen Mandelblütenpracht, an der sich die Menschen im Januar und Februar erfreuen.

Die Mandel ist neben den Oliven eines der wichtigsten Agrarprodukte auf Mallorca. Ein Drittel der landwirtschaftlichen Fläche Mallorcas ist mit Mandelbäumen bepflanzt. Die meisten von ihnen wachsen in der Region Raiguer zwischen dem Tramuntana-Gebirge und der zentralen Ebene im Südosten der Insel. Im Durchschnitt wird der Prunus dulcis 80 Jahre alt.

Auch wenn Kalifornien die Rangliste der weltgrößten Mandelerzeuger anführt und Spanien „nur“ auf Platz zwei liegt, so gelten die Mandeln von Mallorca dank ihres runden Geschmacks und ihrer Vielseitigkeit dennoch als die besten der Welt.

Am häufigsten ist auf der Insel die „Ponç"-Mandel vertreten. Sie wird auf rund 12.000 Hektar angebaut. Die „Guarim" ist ebenfalls sehr verbreitet, sie stammt ursprünglich aus Sineu. Eine weltweit bekannte Handelssorte ist die „Marcona". Sie stammt ursprünglich aus Alicante und liefert reiche Ernte. Konditoren und Marzipanhersteller schätzen die „Ferragnès". Es handelt sich hierbei um eine Kreuzung aus der südfranzösischen „Aï"-Mandel und der italienischen „Cristomorto". Verarbeitet werden die Mandeln etwa zum äußerst beliebten Mandelkuchen oder auch zu Mandeleis.

Ob Mandelkuchen, Mandeleis oder auch Mandellikör: Auf Mallorca werden die Mandeln zu den unterschiedlichsten Produkten weiterverarbeitet. (Foto: Michael Wrobel).

 

Hierbas: grasgrün und sehr bekömmlich

Dass sich Mallorca im wahrsten Sinne des Wortes auch trinken lässt, beweist ein grasgrüner Likör von der Insel: der Hierbas. Schon im 13. Jahrhundert wusste man um die gesundheitsfördernde Wirkung des Likörs. Gereicht wird der Hierbas mit seinem Alkoholgehalt von 22 Prozent traditionell zum Abschluss eines mallorquinischen Essens.

Den grasgrünen Kräuterlikör Hierbas kann man in den drei Geschmacksrichtungen süß, medium und trocken genießen. (Foto: Michael Wrobel).

 

Das Anisgetränk wird mit Kräutern von der Insel wie Minze, Rosmarin, Fenchel und Myrte verfeinert und ist in den Varianten süß, trocken und halbtrocken erhältlich.

Übrigens: Die Herbst- und Erntezeit bietet auf Mallorca die schönste Jahreszeit, um die einheimischen Waren der Insel aus erster Hand kennen zu lernen. Auf den sogenannten "firas" – den Jahrmärkten, die meist unter einem

landwirtschaftlichen Motto stehen – können die Besucher Öl, Paprika, Tomaten, Mandeln und Würste direkt auf den Marktständen der Produzenten verkosten und einkaufen.

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